Zen, Beruf und Alltag

Kürzlich würde ich nach dem Weltbild des Zen gefragte. Einfache Antwort: Das gibt es nicht. Zen ist ein Weg um zu erkennen, was ist. Denn Wahrheit kann man nur selbst finden und nicht von anderen lernen.

Will man sich selbst ein Licht sein, wie Krishnamurti es einmal genannt hat, ist das wichtigste Konzept überhaupt ‚Sich auf sich selbst zu verlassen‘. Man muss in sich hineinsehen, statt nach außen, doch man muss aufpassen, das man nicht im eigenen Saft zu schmoren anfängt. Denn es gibt keine wie auch immer geartete geistige Hilfe, nur Selbsthilfe.

Es ist ein Irrtum, eine ultimative Lehre zu entwickeln, um sie dann jemandem beibringen zu wollen. Jede Lehre ist nur eine Stufe auf der Leiter, die man am Ende hinter sich lassen muss. Die ultimative Wahrheit liegt nicht in einem bestimmten Weg oder Stil begründet, sondern in der eigenen Haltung.

Folgt man keiner bestimmten Lehre oder Weg mehr, fragt man sich einfach, wie man sich ausdrücken kann. Das heißt, sich seiner selbst wie der eigenen Bewegung bewusst und fähig zu sein, sich der Bewegung des anderen anzupassen.

Man darf sich nicht durch selbst gesetzte Grenzen einschränken. Doch das bedeutet nicht, dass alles richtig wäre, was man tut, man darf sich nur nicht kategorisieren lassen. Sich ehrlich auszudrücken, das ist nicht einfach. Sich nicht aufspielen, nicht selbstgefällig sein, nicht toll sein wollen, sich selbst nicht zu belügen. Darum geht es.

Das ist die Herausforderung, der man sich stellen muss. Es ist einfacher, sich an Rituale und vorgegebene Formen zu halten. Doch jeder muss seinen ganz eigenen Weg finden, nur von einigen wenigen Prinzipien geleitet, der wirklich lebendig sein will. Eine wirkliche Herausforderung, die es anzunehmen gilt.

Und wo könnte man das besser, als im ganz gewöhnlichen Alltag?