Leben, was ist das eigentlich?

Bin ich mir darüber nicht im Klaren, wie kann ich mir dann im Klaren über mich sein?

Je mehr wir an der Oberfläche bleiben, desto oberflächlicher sind wir selbst. Je konsequenter wir aber das Leben ergründen und zu erfassen suchen, ohne es je wirklich fassen zu können, desto mehr ergründen und erkennen wir uns selbst.

Denn wir sind nichts anderes, als dieses Leben selbst. Doch wir kennen uns kaum, verbergen uns vor uns selbst hinter irgendwelchen Annahmen, Konstrukten und Überlegungen. Natürlich brauchen wir das, Annahmen, Konstrukte und Überlegungen, doch nur um auf ihnen über sie hinauszusteigen.

Betrachte ich die alten Zen-Meister wie Huang Po, Hui Neng oder Bodhidharma, Mystiker wie Meister Eckhardt, Physiker wie Bohr, Bohm oder Dürr oder Psychotherapeuten wie Fromm, Frankl oder Grün, dann steht jeder für ‚seine‘ Profession und doch auch wieder nicht. So wie Wittgenstein es mit seiner Leiter-Metapher ausgedrückt hat, haben sie alle die Sätze und Gedanken ihrer Profession überwunden, denn nur so sehen sie die Welt richtig.

Will ich die Welt erkennen, will ich mich erkennen, dann muss ich die Leiter der Erkenntnis hinaufsteigen, immer weiter, Stufe um Stufe, nicht stehen bleiben, will ich am Ende über sie hinausgelangen. Was auch immer wir für eine Leiter nehmen – Hauptsache, wir nehmen eine! Aber das Ziel, das muss immer ein und das selbe sein:

Mensch werden, Mensch sein!

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